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Konferenz der Sprachheil- und Hörgeschädigtenkindergärten (SpraKiKon) 2018 am LBZH Osnabrück

Die 8. Jahreskonferenz der Sprachheilkindergärten und Kindergärten für Hörgeschädigte
mit den Sprachheilbeauftragten des Landes Niedersachsen fand am 10. Oktober 2018 im Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte in Osnabrück unter dem Thema
„Multidisziplinäre Ansätze in der Behandlung von hör- und sprachbeeinträchtigten Kindern“ statt.

200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie Beschäftigte des LBZH widmeten sich einen Tag intensiv den praktischen Aspekten der erzieherischen und therapeutischen Arbeit in Einrichtungen für Vorschulkinder mit Sprach- und oder Hörauffälligkeiten. Zudem wurde intensiv über die Zukunft der Einrichtungen in Bezug auf das BTHG diskutiert. Oranisiert und moderiert wurde die Tagung von Seiten der Fachberatung im landesärztlichen Dienst von Herrn StD Joachim Walter. Das Team des LBZH Osnabrück sorgte zusammen mit Kolleginnen des SHKIGA 'Wörterkiste' für den Rahmen der Veranstaltung.Allen Beteiligten sei an dieser Stelle herzlich für ihr engagiertes Mitwirkent gedankt!

Dr. M. Westerheide

Nachfolgend werden die angebotenen Workshops sowei einige Bilder der Veranstaltung aufgeführt.
 
Lena Möllerberndt und Maria Wübben waren am Infopiont für alle Ansprechpartnerinnen
 
Rückmeldungen aus dem Plenum zu den Workshops, hier Astrid Pawellek (LBZH Braunschweig)
 
 
Gebärdenunterstützte Kommunikation war das Thema von Hendrik Dangschat (HHO)
 
Am Ende gab es Geschenke und Applaus für die Referenten und Referentinnen
 
Gesa Kellermann (Urmelhaus GMHütte) 'partizipiert
 
Martin Schybeck (Lüstringer Bergschule Osnabrück) 'gestaltet den Übergang vom Kiga in die Sprachheilschule'
leee  
Daniela Thiem/Sandra Agbovor (Sprachkompetenzzentrum „Pusteblume“ Gifhorn) und Katrin Wagner (SHK „Pusteblume“ Herzberg) nehmen ihre Workshop-Teilnehmer mit auf neue Wege
 
Herr Krebs 'lädt zu Raufen ein'.
 
Frau Sperlich aus Salzgitter referiert zum BOT 2
 
Anne Kuhn & Ellen Villareal vom Facheraterteam nehmen die Teilnehmer in Empfang
 
Joachim Walter moderiert humorvoll
 
Rhythmik für Kiga-Kids mit Birgit Rump, Psychologin am LBZH Osnabrück
 
Volles Plenum, alle 200 TeilnehmerInnen fanden in der Aula Platz
 
Sprachheilarbeit im Wald mit Sybille Schäfer vom LBZH OS
 
Frau Schnieders refeferiert über gelebte Partizipation



Themen der angebotenen Workshops mit kurzer Beschreibung:

Workshop A

„ Natürlich „ Sprachtherapie – Der Wald als Therapieraum

Wie kann das Erleben und Spielen in der Natur, Kinder in ihrer allgemeinen Entwicklung

und beim Spracherwerb unterstützen? Auf der Suche nach geeigneten Förder- und

Erlebnismöglichkeiten für Kinder mit sehr wenig Sprache, eröffnete sich mir der Raum

direkt vor unserer Haustür, ein nahegelegenes Wäldchen, als wunderbare Ergänzung

zum Üben im Therapieraum. Die Natur bietet für jedes Kind, alters- und entwicklungs-

unabhängig, vielfältige, kindgerechte Reize, die der Reaktions- und Aufmerksamkeits-

spanne des jeweiligen Kindes entsprechend sind. Über das gemeinsame Erleben ohne

Erfolgsdruck und Bewertung kommen wir miteinander in Kontakt und in den Dialog.

Eindrucksvolle Erfahrungen erleichtern den Weg in die Sprache.

In diesem naturnahen und praxisbezogenen Workshop möchte ich von meinen

Erfahrungen mit hörgeschädigten Kindergartenkindern in der Natur berichten und

Anregungen geben für die „Draußen-Arbeit“ mit Kindern in der Natur vor der Haustür.

Da der Workshop draußen stattfindet, wird wetterangemessene Kleidung und festes

Schuhwerk empfohlen. (Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt)

Sybille Schäfer, Logopädin im Kindergarten für Hörgeschädigte des LBZH Osnabrück und

angehende Natur- und Wildnispädagogin


Workshop B

Von kleinen Fischen und starken Gefühlen – Rhythmik, Musik und Bewegungsförderung von Hör- und Sprachbeeinträchtigungen

Für hör- und sprachbeeinträchtigte Kinder stellt der Zugang zur Lautsprache eine Heraus-forderung dar. Aus diesem Grund ist es für sie schwierig, in die Welt von Geschichten einzutauchen. Selbst ihre eigenen Gefühle können sie oft nicht in Worte fassen. Wie es gelingen kann, Geschichten mittels unterschiedlicher Kommunikationsformen lebendig, erfahrbar und verstehbar werden zu lassen und Gefühle zum Ausdruck zu bringen, erfahren wir in diesem Workshop. Ein kleiner Fisch wird uns zeigen wie es geht.

Bequeme Kleidung wird empfohlen. (Die Teilnehmerzahl ist auf 16 Personen begrenzt)

Birgit Rump, Diplom-Psychologin im Fachübergreifenden Dienst des LBZH Osnabrück und langjährige Kursleiterin für Rhythmik, Musik und Bewegung in Wallenhorst

Workshop C

Gelebte Partizipation im Sprachheilkindergarten – Praxisbeispiele zur Umsetzung des Mitbestimmungs- und Beschwerderechts für unsere Kinder im Sprachheilkindergarten

In diesem Workshop wird Gelebte Partizipation an Praxisbeispiele aus den SHKs Melle, Georgsmarienhütte und Osnabrück vorgestellt sowie selbstentwickelte Materialien zum Ausprobieren und zur praktischen Anwendung. Der Workshop soll zur Anregung, Erfahrungsaustausch, Ideen sammeln und zur Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung zu diesem Thema beitragen.

Gesa Kellersmann und Maren Schnieders ( SHK „Urmelhaus“ Georgsmarienhütte)

Fortsetzung s. nächste Seite

Workshop D

Neues auf dem Weg zum Sprachkompetenzzentrum

In diesem Workshop soll es um Austausch, Anregungen und Erfahrungen auf dem Weg vom Sprachheilkindergarten zum Sprachkompetenzzentrum gehen. Frau Thiem(Fachberatung)/Frau Agbovor(Einrichtungsleitung) vom SHK Gifhorn und Frau Wagner (Einrichtungsleiterin) vom SHK Herzberg werden von ihren Erfahrungen in der interdisziplinären Arbeit in Form einer Fachberatung für Regelkindergärten (Fachberatung im Rahmen des Landesprogramms, einfache Kooperation, Beratung im Rahmen des Bundesprogramms für sog. „Sprach-Kitas, etc.) und über Neuigkeiten und Beteiligungsmöglichkeiten bei der Schulung von Sprachförderkräften in Regelkindergärten sowie von Beratungsangebote für Eltern berichten. Wie bauen wir weiterhin eine Fachberatung oder präventive Angebote über den Tellerrand hinaus auf?

Daniela Thiem/Sandra Agbovor (Sprachkompetenzzentrum „Pusteblume“ Gifhorn) und

Katrin Wagner (SHK „Pusteblume“ Herzberg)


Workshop E

Was bringt mir der BOT 2 (Testverfahren zur Überprüfung der Motorik) für die Arbeit im Sprachheilkindergarten / Kindergarten für Hörgeschädigte

Der BOT 2 wird seit zwei Jahren in mehreren Sprachheilkindergärten zur Überprüfung der motorischen Fähigkeiten eingesetzt. Warum ? Ein Erfahrungsbericht aus der individuellen Einzelförderung zum Wert der Ergebnisse für die Förderung und Therapieplanung von sprachbeeinträchtigten und eventuell entwicklungsverzögerten Kindern. Stärken und Schwächen werden aufgezeigt, einzelne Aufgabenstellungen durchgearbeitet und auch ein Vergleich zu anderen Testprogrammen gezogen.

Je nach Wunsch der TeilnehmerInnen gibt es Raum für Erfahrungsaustausch, Fragen oder zum Durchführen einzelner Aufgaben.

Sabine Sperlich, Heilpädagogin seit 13 Jahren im SHK „Wirbelwind“ in Salzgitter



Workshop F

„Rangeln und Raufen im Kindergarten“

Körperliche Auseinandersetzungen sind elementar für die Entwicklung eines Kindes. Unter Einhaltung von konkreten Regeln lernen Kinder bei diesem Angebot spielerisch Wertschätzung, Anerkennung und Respekt kennen und fördern ganz unbewusst Gleichgewicht, Koordination, Kraft und Ausdauer.

„Körperkontakt bedeutet Kommunikation. Ich finde dieses Thema wichtig für unser Arbeitsfeld. Seit einigen Jahren biete ich „Rangeln und Raufen“ in unserer Einrichtung an und möchte gerne meine Erfahrungen und Spielideen weiter geben.“

Marvin Krebs, Ergotherapeut (SHK „Regenbogen“ Helmstedt)

Fortsetzung s. nächste Seite

Workshop G

Auswirkungen von Hörbeeinträchtigungen auf den Spracherwerb

Bei vielen Kindern mit Sprachauffälligkeiten sind auch häufig Hörbeeinträchtigung mit ursächlich für ihre sprachlichen Probleme. In diesem Workshop soll noch einmal verdeutlicht werden welche Auswirkungen Belüftungsstörungen, Paukenergüsse, Mittelohrentzündungen und auch schon leichte Schwerhörigkeiten auf das Hören von Sprache und damit auf die sprachlichen Leistungen hat. Weiterhin wird darüber aufgeklärt welche Maßnahmen zur Verbesserung der Hörsituation ergriffen werden können.

Dr. Markus Westerheide, Pädagogisch Audiologischen Beratungszentrum am LBZH Osnabrück



Workshop H

Lautsprachunterstützende Gebärden (LUG) als sprachförderndes Element in Therapie und Förderung

Die Einsatzmöglichkeiten von Gebärden sind vielfältig. In der Unterstützten Kommunikation gehören Gebärden zu den körpereigenen Formen und werden im Kontakt mit Personen, die keine oder nur wenig Lautsprache nutzen, in der Regel lautsprachunterstützend verwendet.

Den Teilnehmenden wird eine Strategie vermittelt, wie Gebärden (LUG) institutionell eingeführt und genutzt werden können. Dabei werden aktuelle Materialien und Methoden aus dem Repertoire der Unterstützten Kommunikation sowie eine multimodale Herangehensweise (z.B. Kombination von Gebärden mit Symbolen oder dem Ipad) vorgestellt.

Hendrik Dangschat, Beauftragter für Unterstützte Kommunikation, Heilpädagogische Hilfe Osnabrück



Workshop J

„Übergang aus Sprachheilkindergarten/Kindergarten für Hörgeschädigte in die Schule“ - Anträge, Verfahren zur Feststellung eines sonderpädagogischen

Unterstützungsbedarf,… etc.

Immer wieder stellen sich Fragen beim Übergang von Kindern aus dem SHK oder HöKi in die Schule wie Übergänge zu gestalten sind. Wie und wann sind Anträge auf Feststellung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs zu stellen? Wie informiere ich die Eltern? Was ist alles zu berücksichtigen? Zu diesem komplexen Thema soll in diesem Workshop informiert werden. Raum für Fragen und Erfahrungsaustauch wird ausreichend vorhanden sein.

M. Schybeck, Lüstringer Bergschule, Förderschule mit Schwerpunkt Sprache


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